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Baraka Winery, Vodice/Šibenik, Kroatien

August 24, 2018 3 Min Lesezeit

Baraka Winery, Vodice/Šibenik, Kroatien

Im Rahmen unseres kroatischen Urlaubes in Vodice besuchten wir auch die Baraka Winery, die in unmittelbarer Nähe unseres Hotels gelegen war.
Ein kleines, noch relativ junges Familienweingut im Herzen von Dalmatien an der Adriaküste.
Geführt von Filip Karlo Baraka, einem jungen und leidenschaftlichen "Nebenbei-Winzer", der irgendwann einmal sein Hobby zum Vollzeitjob machen will.
Das dürfte ihm mit seiner Auswahl an Weinen auch gelingen, denn diese waren ein regelrechtes "Geschmackskonzert".

Begonnen haben wir mit einem Debit 2017: eine weitverbreitete Rebsorte in Kroatien, die sinngemäß mit "Schuldenzahler" übersetzt wird und auf hohe Erträge hindeutet. Sie ist körper- und alkoholreich und wird oft als Verschnitt verwendet. Wir hatten jedoch einen reinsortigen Debit im Glas, der sehr frisch und mineralisch war. Die kräutrigen Hauptaromen wurden von feinen Fruchtnoten nach grünem Apfel, Limonen und Grapefruit begleitet. Blühender Holunder untermalte dies und verlieh dem Wein auch eine zart florale Note. Die super eingebaute Säure hielt den Wein lange am Gaumen und ließ ihn bei gerade mal 12% doch voluminös erscheinen.

Es folgte der Mocira 2013, ein Merlot, der mit 8% Plavina verschnitten ist und handverlesen wurde. Fleischig und blutig stieg dieser in die Nase, viel Pflaume, viel Kirsche, eine feine Mineralik, bisschen Lakritz und Eukalyptus und tolle Gerbstoffe tanzten hier am Gaumen. Gereift zu 60% in slawonischen Fässern und 40% im Stahltank bekommt er dadurch seine Fülle und Würze.

Kommen wir nun zum Prisbus Riserva Barrique 2013, einem Blend aus Cabernet Sauvignon und Merlot, der über 12 Monate im französischen Barrique gelegen hat bevor er abgefüllt wurde. Wunderbare Holznoten und viel Frucht nach dunklen Beeren und Pflaumen in Kombination mit dem typischen, grünen Cabernet-Paprika lassen den Wein sehr harmonisch und feinwürzig auf der Zunge zergehen. Bereits klasse gereift und absoluter Trinkgenuss, da er nicht so wuchtig und schwer ist, dafür aber mit einer eleganten und klaren Säure, die sich liebevoll und geschmeidig an die Früchte lehnt und dem Wein eine exzellente Struktur verleiht. Ein sehr überzeugender und stämmiger Wein.

Das Monument des Hauses ist der Barone Riserva 2011. Damals ein sehr heißes Jahr in Dalmatien mit einem sehr frühen Lesebeginn im August. Benannt ist der Wein nach der frühmodernen Festung in Šibenik, die 1646 auf dem Hügel Vidakuša oberhalb der Stadt errichtet wurde. Der Blend aus Cabernet Sauvignon und Plavina steht bei 15,5% Alkohol aber auch wie eine Festung da: in der Nase marmeladig nach Pflaume und Brombeere mit etwas Kirsche. Am Gaumen eine füllige Würze mit Charakter und Kraft, dennoch weich und schmeichelnd, sanft und warm. Ein zupackender Wein, der einen in seinen Bann zieht, stabil und stämmig in seinem Saft steht und spannende Geschichten zu erzählen vermag. Spektakulär!

Eine Fassprobe des Babic 2016 durften wir auch noch probieren, der Neuling unter seinen Weinen mit zukünftigem Name TIMBAR. Ein Feuerwerk an schwarzen Kirschen, gepaart mit schmelziger Schokolade und buntem Pfeffer machen diesen Tropfen zu einem pikanten, samtigen und aromatisch würzigen Wein mit einer tollen Tanninstruktur und frischem Biss. Allerdings darf dieser noch etwas reifen, damit er seine jugendliche Sturm und Drang Phase überwindet und dann mit beiden Beiden fest im Leben bzw. Glas steht.

Zum Abschluss gab es noch den Maraština 2015, ein feinfühliger, feinfruchtiger und cremiger Weißwein mit zart floralen und kräutrigen Noten, der trotzdem kräftig und füllig wirkte und uns einen anmutigen Ausklang der Probe bescherte.

Spannend und interessant waren die vielen Infos von Filip; wir konnten viel erfahren über Weinbau in Kroatien und die Vorlieben der Kroaten. Filip erzählte uns auch, was uns vorab schon in der ein oder anderen Bar aufgefallen ist. Etwas Wasser oder auch Eis in den Wein zu geben, ist dort nicht verpönt. Unseren persönlichen Geschmack trifft das nicht und so waren wir froh, die feinen Weine lieber gewohnt pur zu geniessen. Dann weiß man wenigstens auch, wovon man am Morgen danach den dicken Kopp hat. 

Mitgebracht haben wir uns von den tollen Weinen einige, denn hierzulande sind diese nicht zu bekommen, da seine Mengen einfach noch zu klein sind um zu exportieren. Das wird aber gewiss auch noch. 

Cheers und genussvolle Grüße

Monika und Mario


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